Altendiskriminierung oder SeniorInnenfeindlichkeit:

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Altersdiskriminierung
Es kann sich um Altersdiskriminierung am Arbeitsmarkt handeln, wenn zum Beispiel relativ junge Menschen, zum Teil schon ab Mitte 30 wegen des (zu hohen) Alters nicht angestellt werden. Bei älteren Menschen wird dieses Problem natürlich immer gravierender.
Auch Diskriminierung im Alltagsleben, im sozialen Leben, aufgrund des höheren Alters, also soziale Altendiskriminierung, ist eine Form der SeniorInnenfeindlichkeit. Das kann schon damit beginnen, dass alte Menschen wie Kleinkinder behandelt werden oder dass mit alten Menschen in einer Art Kleinkind- Sprache gesprochen wird. Ebenso werden alte Menschen oft ignoriert, nicht ernst genommen oder gering geschätzt.
Es gibt aber natürlich noch viele andere Formen der Diskriminierung von alten Menschen, die unter anderen ihre Ursache in der immer schneller werdenden Entwicklung der Technologien wodurch die Lebenserfahrung und das Wissen der Alten an Bedeutung verliert. Heutzutage kann man alles „googeln“ und muss nicht Großmutter oder Großvater fragen.
Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag der EU-Kommission ist in Österreich das Alter der am häufigsten genannte Diskriminierungsgrund. Innerhalb eines Jahres stieg der Anteil der EU-Bürger, die Diskriminierung aus Altersgründen in ihrem Land für weit verbreitet halten, von 42 auf 58 Prozent. Ältere Menschen würden vor allem auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt.
Alte Menschen sind vor allem am Land oft benachteiligt, da sie nicht mehr so mobil sind und auf öffentliche Verkehrmittel oder Hilfe von anderen angewiesen. Die Schließung vieler Postämter, die immer schlechter werdende Nahversorgungslage und die Automatisierung bzw. Computerisierung vieler Dienstleistungen erschweren den Alltag. Elektronische Postfächer und Fahrkartenautomaten sind nur zwei Beispiele. Die sozialen Kontakte schwinden immer mehr, es gibt z.B. keinen „Dorfkreisler“ wo man sich trifft.
Siehe auch: http://seniorinnen.gruene.at/topstories/artikel/lesen/77072/
Simone de Beauvoir (französische Philosophin) stellt in ihrem Werk „Das Alter", 1970 fest:
"Alle Welt weiß es: die Lage der alten Menschen ist heutzutage skandalös. Bevor wir ins Detail gehen, müssen wir versuchen zu verstehen, woher es kommt, dass die Gesellschaft dies so ohne weiteres hinnimmt. Ganz allgemein schließt sie die Augen vor den Missbräuchen, den Skandalen, den Dramen, die ihr Gleichgewicht nicht erschüttern; das Schicksal der Fürsorgezöglinge, der jugendlichen Straffälligen, der geistig und körperlich Behinderten rührt sie genauso wenig wie das der Alten. Im letzten Fall wirkt ihre Gleichgültigkeit aber a priori verwunderlicher; denn jedes Mitglied der Gemeinschaft müsste wissen, dass seine eigene Zukunft in Frage steht…"
Hier finden Sie einige Links zum Thema:
http://derstandard.at/1297216145187/self-fulfilling-prophecy-Wie-Altersdiskriminierung-funktioniert
http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=9378
http://www.bmask.gv.at/site/Soziales/Seniorinnen_und_Senioren/Alternspolitik_international/UNECE
UNECE- Ministerkonferenz Ageing 2012
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